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Zugvogel? Was ist das?
Jeder von uns wird immer mal von Eltern oder auf Fahrt von Leuten gefragt: "Was ist der Zugvogel?"
Mit der schon zutreffenden Antwort:
„der Zugvogel steht in der Tradition des Wandervogels und gehört auf Grund seiner geschichtlichen Entwicklung zur bündischen Jugend „ geben sich Eltern oder fremde Frager nicht zufrieden, kennen sie doch nicht die erste Deutsche Jugendbewegung.
Aber damit man langwierigen Erklärungen des historischen Hintergrundes aus dem Wege geht, fällt bei uns leider die Antwort meist so aus: „Der Zugvogel ist so etwas Ähnliches wie die Pfadfinder...“
In der Regel ist der Frager mit dieser Antwort zufrieden. Doch für uns ist diese Antwort eher unbefriedigend, da wir schließlich keine Pfadfinder sind, bzw. doch starke Unterschiede in der Arbeit und den Traditionen sind.
Fragen & Antworten:
Zugvögel in der Öffentlichkeit - sie lösen verschiedene Reaktionen aus. Was hat es mit dieser "Kluft" auf sich, der Juja, dem Barett und mit dem Halstuch?
Woher kommen die verwendeten Begriffe? Erscheinungsbild und Aktivitäten, Formen und Traditionen geben manchen Anlass zu (kritischen) Rückfragen von Eltern und Freunden.
Einige solcher Fragen haben wir herausgegriffen.
Sie sind keinesfalls repräsentativ, im Gegenteil:
sie provozieren und spitzen zu. Die Fragen fordern Erklärungen und Stellungnahmen heraus - das sollen sie auch.
Die Antworten wollen informieren und deutlich machen:
mit nicht demokratischen, nationalistischen oder radikalen Jugendgruppen und –verbänden in irgendeiner Form hatten und haben wir nichts zu tuen!
Damit könnte ein Gespräch über den Zugvogel beginnen. Dazu laden wir ein und darauf freuen wir uns!
wie bitte ?? Ihr nennt eure Gruppenleiter "-führer".
Der Punkt, der am häufigsten für Irritationen sorgt ist die Bezeichnung "-führer" im Bereich von Jugendgruppen. Was versteht ihr darunter?
Ein "Führer" ist für uns eine Persönlichkeit, die in die Gruppe integriert ist, Werte und Ziele wie Verantwortungsbereitschaft, Selbstständigkeit, ein ethisches Menschenbild und einen bewussten Umgang mit der Natur vermittelt.
Kennzeichen von Führung ist ein starker persönlicher Bezug des "Führers" zu dem ihm anvertrauten jungen Menschen.
Wie in jedem Verein auch werden unsere "Führer", egal auf welchen Ebenen, demokratisch gewählt.
Alle Führungspositionen sind zeitlich befristet, werden in regelmäßigen Abständen entlastet und/oder neu gewählt.
Bei euch gibt es Begriffe wie Rotten, Orden und Bünde… Wieso benutzt Ihr heute diese veralteten Begriffe?
Die Begriffe sind sehr alt und reichen wie auch das Modell für unsere Gruppen bis in die Anfänge der deutschen Jugendbewegung des Wandervogels und des Zugvogel zurück.
Für uns haben sie eine nun schon mehr als 50-jährige Tradition. Diese möchten wir nicht einfach aufgeben.
Die kleinsten Gruppen in unserem Verband heißen Rotte.
Sie bestehen in der Regel aus 6-8 Mitgliedern; so sind sie übersichtlich und geben gerade jüngeren Mitgliedern die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen.
Hier spielen auch die engere Zusammengehörigkeit und das Aufeinander-Angewiesensein eine besondere Rolle.
Orden sind die Zusammenschlüsse mehrerer Rotten an einem Ort, der Bund umfasst die Orden.
Traditionen sind euch wichtig.
Welche? und warum?
Unsere inhaltlichen Grundlagen und äußerlichen sichtbaren Zeichen stehen in einem engen Zusammenhang mit den Traditionen unseres Bundes.
Nach Außen treten natürlich vor allem in Erscheinung: u.a. die Tracht, Barett, Halstuch, Fahnen, Abzeichen oder auch der Kreis, in dem gegessen, gesungen, und diskutiert wird. Dabei sind die meisten äußerlichen Formen in enger Verbindung mit den traditionellen Inhalten unserer Arbeit geprägt worden.
Unsere Traditionen gehen entweder auf den Gründer des Zugvogels Alfons Hamm (Alo Hamm, Trenk) zurück, sind im Laufe der (deutschen) Wandervogelgeschichte entstanden, oder stammen zum Teil aus den Vorgängerbünden.
Wenn euch jemand mit heutigen Neonazis oder ähnlich gestrickten Organisationen in Verbindung bringt.. Wie distanziert Ihr Euch von denen?
Die Wandervogelbewegung wurde Anfang 1900 in Steglitz (Berlin) ins Leben gerufen; erste Gruppen gab es in Deutschland etwa ab 1911, das erste große überregionale Treffen des Wandervogel fand 1913 auf dem hohen Meißner bei Kassel statt, alles also deutlich früher als etwa die Hitlerjugend im sog.III. Reich. Weil diese Arbeit auch schon damals gut und erfolgreich war, weil sie Kinder und Jugendliche begeistert, wurde und wird sie immer wieder in Ansätzen und Formen kopiert.
Dies hat u.a. die Hitlerjugend getan, dies tun heute noch manche vielleicht auch rechtsradikale Jugendgruppen. ( z.B. die verbotene Wikingjugend). Formen und Symbole der Arbeit wurden aber auch in den früheren kommunistischen Systemen, z.B. von der sog. „Freien Deutschen Jugend“ (F.D.J.) der DDR nachgemacht.
Das macht deutlich, daß wir - unabhängig davon, welche äußeren Formen wir verwenden immer wieder ! ungebetene Nachahmer haben werden.
Wer einmal genau sowohl auf die Äußerlichkeiten als auch auf die Inhalte blickt, der wird sehr schnell feststellen, daß wir solchen Organisationen absolut nichts gemeinsam haben.
Was singt ihr ?
wo man singt da lass´Dich nieder.. böse Leute singen keine Lieder !
Unsere Lieder sind definitiv nicht die der jeweils gültigen Pop-Musik-Hitlisten!
Wir machen grundsätzlich unsere Musik selbst und unsere eigenen Liederbücher (Silberspring 1-6 ) belegen ein breit gefächertes Repertoire. Viele der gesungenen Lieder sind als deutsche Volkslieder allgemein bekannt, stammen aus eigener Feder oder den Liedersammlungen der Wandervogel- und Pfadfinderbewegung.
Sehr viele Lieder haben wir von unseren Fahrten mitgebracht, von Freunden im Ausland und befreundeten Gruppen gelernt oder selbst gedichtet. So geben wir unserem heutigen Lebensgefühl musisch Ausdruck und vertonen unsere gemeinsame(n) Geschichte(n). |